Hamburger Aufruf: Koloniale Aufarbeitung dauerhaft in der Erinnerungskultur verankern
Ein breites Bündnis aus mehr als 70 Gedenkstätten, Museen, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Vereinen und Initiativen sowie zahlreichen Einzelpersonen veröffentlicht den „Hamburger Aufruf zur Aufarbeitung des Kolonialismus“. Decolonize Berlin gehört zu den unterstützenden Organisationen.
Der Aufruf fordert, die Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus als dauerhafte Aufgabe der deutschen Erinnerungskultur zu verankern. Zu den zentralen Empfehlungen gehören der Aufbau langfristiger Förderstrukturen, die Schaffung und Stärkung von Lern- und Erinnerungsorten, die Förderung wissenschaftlicher Forschung sowie der Ausbau von Bildungs- und Vermittlungsangeboten. Eine enge und gleichberechtigte Zusammenarbeit mit den von kolonialem Unrecht betroffenen Communities muss dabei eine zentrale Grundlage bilden.
Dr. Manuela Bauche von Decolonize Berlin erklärt:
„Communities und Zivilgesellschaft fordern schon lange, dass der Bund seiner Pflicht nachkommt, auch für die Aufarbeitung kolonialen Unrechts die notwendigen finanziellen Mittel und Strukturen zur Verfügung zu stellen. Deshalb freuen wir uns über die breite Unterstützung aus den Bereichen der NS- und SED-Aufarbeitung. Kolonialismus war ein Staatsverbrechen. Dessen Aufarbeitung gehört entsprechend als ‚dritte Säule‘ in das Portfolio bundesdeutscher Erinnerungskultur.“
Die breite Unterstützung des Hamburger Aufrufs macht deutlich: Die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit ist ein unverzichtbarer Bestandteil der bundesdeutschen Erinnerungskultur und gehört zur historischen Verantwortung der Bundesrepublik.
Wir begrüßen das Vorhaben der Bundesregierung, die Aufarbeitung des Kolonialismus zu intensivieren. Entscheidend ist nun, dass konkrete und langfristig abgesicherte Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene folgen.
Den vollständigen Hamburger Aufruf und die Liste der Unterzeichnenden finden Sie auf der Webseite des Gedenkstättenforums: